Wann - Sonntag 23.08.2026 17:00 - 19:30

Ort - Familie Beck in Gnadau

Hirschfelds Liederzyklus Beyond the Garden entstand im November/Dezember 2024 und wurde 2025 beim Tonkünstlerfest Sachsen-Anhalt durch den ungarischen Tenor András Adamik mit Max Grimm am Flügel uraufgeführt. Er verwendet Gedichte aus Rabindranath Tagores Gedichtsammlungen The Gardener und Gítanjali.
Der Komponist schreibt über sein Werk: „Der Zyklus bekennt sich durchaus zur Tradition des romantischen Kunstliedes und führt diese in heutiger Tonsprache weiter. Dabei habe ich auch - besonders aufgrund der englischen Originaltexte - bewusst meine Liebe für die Vokalmusik Benjamin Brittens nicht verleugnet.
Der Zyklus ist dabei keine Ansammlung von einzelnen Liedern , sondern wie die zusammenhängende Lebens-Reflexion eines alternden Poeten, der im ersten Lied „Der Poet“ vorgestellt wird und sich im letzten Lied in die Stille verabschiedet.

Rabindranath Tagore (1861 - 1941) ist bis heute der bedeutendste bengalische Dichter und einer der bedeutendsten Dichter-Philosophen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sein Werk vereint auf einzigartige Weise tiefe Spiritualität (Tagore entstammte einer alten Brahmanen-Familie) und Lebensbejahung, östliche Weisheit und das Wissen um westliche Philosophie, Sehnsucht nach dem Göttlichen und Wissen um die Notwendigkeiten des Irdischen Daseins, geistige Klarheit und sprachliche Sinnlichkeit.
Die Sprache seiner Gedichte ist von großer lyrischer Kraft und äußerst bildhaft. Als sein Gedichtband Gítanjali 1913 durch Vermittlung von Willam Butler Yeats im Westen publik wurde und auf Anhieb den Nobelpreis für Literatur erhielt, war seine Art von östlicher Metaphorik im Westen völlig neu und sorgte für große Begeisterung. Häufig benutzt Tagore z. B. Bilder aus dem profanen Leben, wie z. B. das Warten auf den Geliebten als Metapher für die Sehnsucht nach dem Göttlichen oder Bilder aus der Natur, um das Kultivieren des eigenen Wesens und Daseins zu umschreiben.

Die Grenzen für die Deutung sind dabei fließend, so dass eine besondere Vielschichtigkeit entsteht. Unabhängig von meiner großen Bewunderung und Liebe für seine Dichtung ist meine Beziehung zu Tagore auch eine sehr persönliche: Er war der persönliche Lehrer des Lehrers eines meiner wichtigsten Yoga-
Lehrers…“

Der erste Kontakt zu András Adamik entstand anlässlich der Uraufführung von Hirschfelds 6 Madrigalen durch Auditiv Vokal 2024, in welcher der junge Tenor mitwirkte. Hirschfeld beschloss daraufhin, ihm die Uraufführung seines neuen Liederzyklus anzuvertrauen. Im September 2026 wird Adamik wiederum in einer Uraufführung Hirschfelds mitwirken, dem groß angelegten Werk Lux Aeterna für Solo-Violine, 12 Vokalsolisten und Elektronik, welches zur Eröffnung des internationalen Chorfestes im Kunstmuseum Unser Lieben Frauen Magdeburg erklingen wird.

Mit Joshua Rupley verbindet Hirschfeld seit 2023 eine intensive Zusammenarbeit. Er war der Uraufführungsinterpret von Hirschfelds monumentalem Klavierzyklus „Musik für Piano solo“. Rupleys anschließend für das Label TYXart eingespielte CD des Werkes wurde von der Kritik gefeiert, so nannte Mark Colin Gabrish es „Musik für die Ewigkeit“ ,PianoNews „eines der ganz wenigen zeitgenössischen Klavierwerke, die Vielschichtigkeit mit Klangsinn und Fasslichkeit verbinden.“ und empfiehlt die Aufnahme explizit nicht nur Freunden der zeitgenössischen Musik. Das US-amerikanische Phono-Magazin nahm Rupleys Aufnahme in die Wish-List der besten 5 Neueinspielungen des Jahres 2025 auf.

In Juni 2025 spielte Joshua Rupley auch die Uraufführung von Hirschfelds Nacht.Wachen. - Konzert für Klavier und Orchester gemeinsam mit dem Kyiv Symphony Orchester unter der Leitung von Francesco Cagnasso. Für 2027 planen András Adamik und Joshua Rupley, Hirschfelds Liederzyklus gemeinsam mit Benjamin Brittens „Winter Words“ auf CD einzuspielen.

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